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Training
Nach dem Abpfiff - Schnell-Feedback
Der erste Impuls nach dem Abpfiff ist oft der falsche! Oft legen wir unbewusst mit dem, was wir direkt nach dem Schlusspfiff sagen oder tun, den Grundstein für die Handlungen im nächsten Spiel. Mal sind es teilweise überschwängliche Lobeshymnen auf unser Team oder einzelne Spieler, mal die schnell geäußerte negative Kritik. Jeder Trainer entwickelt dabei seine persönlichen, individuellen Handlungsmuster und seine Formen der Kommunikation.
Die große Gefahr ist, dass wir uns in diesem Moment, in dem wir noch stark unter den Eindrücken des gerade beendeten Spiels stehen und uns auf einer stressbedingten Gefühlsebene befinden, zu falschen, weil zu emotionsgeleiteten Handlungen oder Aussagen verleiten lassen.
Das heißt nicht, dass Sie keinen Kontakt zu Ihren Spielern aufnehmen sollen! Im Gegenteil: Unabhängig vom Ausgang des Spiels bzw. von der Leistung der Mannschaft – suchen Sie ihn! Trainer und Mannschaft bilden immer ein Team, im Erfolg wie auch im Misserfolg! Geben Sie Ihrer Mannschaft also das entsprechende Signal: „Alles o.k.!“ oder „Ich bin da!“ Doch dieser Kontakt sollte nur von kurzer Dauer sein. Vermitteln Sie mit ihm noch keine Wertung! Er kann sich dabei auf ein kurzes Abklatschen, ein Zuwinken oder einen bewussten Augenkontakt zu jedem Spieler beschränken.
Erst einmal zurückziehen
Danach sollten Sie sich zunächst zurück ziehen, sei es in die Trainerkabine oder, falls keine vorhanden, ganz im Stile Franz Beckenbauers nach dem WM-Finale 1990 auf einen kurzen ‘Spaziergang’. Nutzen Sie diese paar Minuten, um sich Ihr weiteres Vorgehen zu überlegen: „Was sage ich nun zur Mannschaft?“
Begeben Sie sich danach sofort wieder zum Team. Vorher müssen Sie natürlich dafür gesorgt haben, das nicht alle sofort auseinander laufen – der eine zum Duschen, der andere zu seiner Freundin usw. Manche Trainer favorisieren den Mannschaftskreis draußen auf dem Spielfeld, um auch nach außen hin zu dokumentieren „Egal was passiert: Wir sind eine Einheit!“. Andere bevorzugen die kurze Besprechung in der Kabine. Welche Methode Sie auch wählen – das Wesentliche ist der Inhalt Ihrer Ansprache.
Das fällt uns natürlich nach einem Sieg bedeutend leichter. Doch gerade in der Niederlage müssen Sie unbedingt Ihre Souveränität als Führungspersönlichkeit dokumentieren. Die wesentlichen Inhalte der Ansprache nach solch einem Negativ-Erlebnis sollten sein:
•Kurze und prägnante Analyse des Spiels
•Lob und Aufforderung: z.B. „Was können wir noch besser!?“
•Auswirkungen auf die nahe Zukunft
•Motivierender Ausblick
Maximal 5 Minuten
Ideal ist es, wenn Sie anschließend mit dem einen oder anderen besonders niedergeschlagenen Spieler noch ein kurzes Einzelgespräch führen, um Ihre Aussagen für ihn persönlich zu verstärken.
Zusammenfassung
•Kontakt zu den Spielern herstellen, z. B. Abklatschen
•Die Mannschaft zusammenhalten
•Impulsive Reaktionen möglichst vermeiden: Zuerst ‘sammeln’ – evtl. eine zweite Meinung einholen
•Kurze Spielanalyse mit positivem Ausblick verbinden
•Sehr enttäuschte Spieler im Einzelgespräch aufbauen
Quelle: Training-Wissen.dfb.de